Starker Auftritt, forsche Töne - beim VfB Stuttgart wächst der Glaube an das glückliche Ende einer mit großen Problemen begonnenen Saison. 'Wir sind nur sehr schwer zu stoppen', befand VfB-Torschütze Ciprian Marica (18.) nach dem mühelosen 2:0 (2:0) beim VfL Bochum.
Mit dem sechsten Sieg in Serie wahrte das erfolgreichste Rückrunden-Team die Minimalchance auf die Champions League - und auf einen Verbleib von Cacau. Ein neues Angebot soll den Nationalspieler zur Fortsetzung der Zusammenarbeit bewegen. Der gebürtige Brasilianer bestätigte im TV-Sender 'Sky' die Wiederaufnahme der Verhandlungen: 'Sie sind wieder auf mich zugekommen.'
Mit seinem zwölften Saisontor zum 1:0 in der 14. Minute betrieb Cacau Werbung in eigener Sache und sorgte beim taumelnden VfL Bochum für noch größere Verunsicherung. Nach nunmehr zehn sieglosen Spielen droht den einstmals 'Unabsteigbaren' der sechste Bundesliga-Abstieg. Vor allem die erschreckende Harmlosigkeit der Offensivabteilung, die sich nicht eine Chance erspielte, gab vor der Reise am kommenden Samstag zum übermächtigen FC Bayern zu denken. Das Saisonfinale am 8. Mai vor heimischer Kulisse gegen Hannover könnte zum Showdown werden. 'Wir müssen uns eine Ausgangsposition für ein Endspiel am letzten Spieltag schaffen', sagte Sportvorstand Thomas Ernst voller Hoffnung darauf, dass der Abstieg bis dahin noch nicht besiegelt ist.
Anders als bei den zuletzt dreimal unterlegenen Bochumern geht es bei den Schwaben stetig aufwärts. Das noch am 14. Spieltag als Tabellen-Vorletzter mächtig kritisierte Team nimmt nun sogar die Champions League ins Visier. Neben Trainer Christian Gross hat Angreifer Cacau großen Anteil an dieser wundersamen Erfolgsstory. Seinen Entschluss, den VfB nach sieben Jahren wegen angeblich zu geringer Wertschätzung zu verlassen, scheint er nun zu überdenken: 'Ich will mich nicht unter Druck setzen. Möglich, dass die Entscheidung erst nach der Saison fällt.'
Inständig hoffen die Stuttgarter auf einen Sinneswandel des auch in Bochum überzeugenden Stürmers. 'Es gibt immer Hoffnung', kommentierte Sportdirektor Horst Heldt den Stand der Verhandlungen. Fußball-Lehrer Gross nutzte die Chance, um zum wiederholten Mal für einen Verbleib von Cacau zu plädieren: 'Das Tor und der sehenswerte Assist sprechen für ihn. Er hat Werbung in eigener Sache betrieben.' Über mangelnde Anerkennung kann sich Cacau jedenfalls nicht mehr beklagen. Auch der wieder in die Startelf zurückgekehrte Sami Khedira machte sich für seinen Nationalmannschaftskollegen stark: 'Es wäre schön, wenn beide Seiten auf einen gemeinsamen Nenner kommen würden.'
Von einem Torjäger dieser Klasse können die Bochumer derzeit nur träumen. Alle Versuche, die dicht gestaffelte VfB-Abwehr in Verlegenheit zu bringen, scheiterten mehr oder weniger kläglich. Die öffentliche Kritik an seiner Arbeit in den vergangenen Tagen und der erneut schwache Auftritt seiner Mannschaft machten Heiko Herrlich sichtlich zu schaffen. In einem minutenlangen Disput mit einem Journalisten nach der Partie entlud sich die Anspannung des Bochumer Trainers. Im Gegensatz zu vielen Skeptikern glaubt er weiter an ein Happy End: 'Wir sind noch nicht abgestiegen.'
24 Nisan 2010 Cumartesi
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